Das Konzert „Toward the Sea“ des Duos Sophia Aretz und Jakob Wagner – in St. Karl Borromäus am 21. Juni 2026 um 18 Uhr – verbindet zwei außergewöhnliche Werke des Flöten-Gitarren-Repertoires zu einem Programm, das künstlerische Qualität mit ökologischer und gesellschaftlicher Relevanz verknüpft.
Den Ausgangspunkt bildet Tōru Takemitsus „Toward the Sea“ für Altflöte und Gitarre, ein Werk, das der Komponist im Auftrag der Greenpeace-Bewegung schrieb und das den Ozean als bedrohten Lebensraum in Klang verwandelt. Takemitsus Musik ist geprägt von japanischer Klangphilosophie, feinen Schattierungen und einem tiefen Naturbewusstsein, das in der intimen Besetzung besonders eindringlich wirkt. Das Werk eröffnet einen Raum für Reflexion über das Verhältnis zwischen Mensch und Natur, ein Thema von ungebrochener gesellschaftlicher Dringlichkeit.
Dem gegenübergestellt wird die Suite für Querflöte und Gitarre des britischen Komponisten Mike Mower, ein Werk von stilistischer Vielfalt und instrumentaler Virtuosität, in dem klassische Klangästhetik auf rhythmische Komplexität trifft, und eine bedeutende Bereicherung des kammermusikalischen Repertoires für Flöte und Gitarre im 21. Jahrhundert darstellt.
Das Duo leistet damit zugleich einen Beitrag zur Erweiterung und Sichtbarmachung eines Repertoires, das im Vergleich zu anderen kammermusikalischen Besetzungen deutlich unterrepräsentiert ist. Die besondere Qualität dieses Projekts ergibt sich aus der direkten künstlerischen Initiative des Komponisten selbst: Mike Mower hat das Kölner Duo gezielt für die Aufführung seiner Suite ausgewählt (Grundlage war eine frühere Einspielung eines einzelnen Satzes, von der er besonders überzeugt war). Diese persönliche Autorisierung geht noch einen Schritt weiter: Mower hat das 2006 komponierte Werk eigens für die Kölner Aufführung revidiert und erweitert. Es handelt sich somit um die Uraufführung einer neuen Fassung, die ohne dieses Projekt nicht entstanden wäre.
